In Memoriam Gustav Leonhardt (30. Mai 1928 – 16. Januar 2012)

Der Unterricht mit Herrn Leonhardt war immer bei ihm zu Hause, im Gartenzimmer seines 'Grachtenhauses', Haus Bartolotti in Amsterdam. Im Zimmer mit Zierbrunnen aus Italienisches Marmor und einen antiken Glas-Kronleuchter aus Murano an der Decke, stand das Cembalo beim Fenster, mit Ausblick auf den barocken Stilgarten, ein Stück Meißen-Prozellan auf dem leicht geöffneten Deckel. Seine Liebe für Esthetik, seinen ausgezeichneten Stilbewusstsein, unterrichtete er auch in der Musik. 'Hämmern und Poltern' war nicht dabei: welch grausame Idee, wenn das Meißen - Porzellan von einen wackelnden Deckel runterfallen würde! Einer seiner schönsten Stunden war die, in welche er mir am Nachmittag mit schier endlosen Geduld einen chromatisches Ricercare von J.J.Froberger analysierte, mir auf allen Dissonanzen in jeder einzelne Stimme hinwies, und erklärte was diese Kenntniss bedeutete für den Umgang mit Artikulationen, Bindungen, mit Zeit und Klang. Alsob ein Gemälde mit Tiefe und Farbe gefüllt wurde, so füllte sich das an. Eine große drei-dimensionalität im Klang entstand, eine Landschaft von Emotionen und Schattierungen... Die große Kunst des Kontrapunkts war seine Stärke. Ich bin so dankbar dass er mir diesen Kunst zugänglich gemacht hat !

Op maandag, de 16e Januari 2012, is Gustav Leonhardt op 83-jarige leeftijd in Amsterdam gestorven. 

U kunt de twee versies van mijn 'In Memoriam', die voor de Muziekhogeschool in Trossingen en die voor het magazine Concerto nalezen op de pagina 'Multimedia' -> 'Downloads'. 

Marieke Spaans, 23.01.2012 / November 2012
In Memoriam Gustav Leonhardt (30. Mai 1928 – 16. Januar 2012)